Society of Ethnobiology


Liebe Leserinnen und Leser,

 

Ich möchte Ihnen heute die Society of Ethnobiology (SoE) vorstellen. Während meines Studiums habe ich mich mit den Themen der Ethnobiologie beschäftigt und wurde sehr inspiriert.


Die SoE - "Ethnobiologische Gesellschaft" - ist eine non-profit Organisation, gegründet 1977 mit Sitz in Arizona, USA und bestehend aus Studenten, Aktivisten und Communities, die eine interdisziplinäre Erforschung vergangener und gegenwärtiger Beziehungen von Menschen und deren Umwelt fördern.

 

Die Ethnobiologie als Themenschwerpunkt der Ethnologie beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen von Menschen und deren Umwelt in dem jeweiligen kulturspezifischen Kontext.

  • Wie beeinflussen Menschen die eigene natürliche Umwelt und umgekehrt?
  • Wie nutzten Menschen Lebewesen zur Ernährung, Heilung und als  Werkstoff weltweit?

Dieses sind nur zwei von diversen Fragen, denen sich die Ethnobiologie widmet. Interdisziplinär ist diese Forschung aus der Tatsache heraus, dass das Spektrum der Untersuchungen linguistische, botanische, zoologische. ökologische, medizinische, pharmakologische, archäologische und ökonomische Themengebiete tangiert und all dies im Zuge soziokultureller Besonderheiten betrachtet werden muss.

Die SoE bringt drei Schriftsätze herraus:

  • Journal of Ethnobiology: Bereits seit 30 Jaren wird dieses Journal veröfentlicht. Es widmen  sich ausser den Oben genannten Aspekten ebenso den kognitiven und symbolischen Themenspektren. Wichtig ist hier dass wenn ein kultureller Kontext nicht gegeben ist, eine Veröffentlichung von Daten sowie Artenlisten nicht stattindet.
  • Conributions of Ethnobiology Dabei handelt es sich um eine Peer-Review-Schriftreihe.
  • Ethnobiology Letters  Diese Reihe enthält alternative wissenschaftliche Beiträge zur Ethnobiologie. Das Format ist Vielseitig und es werden Reviews zu Büchern und Kurzbewertungen präsentiert.

Nun folgt eine kurze Erläuterung zum Verständnis von Interdisziplinarität.

Nehmen wir als Beispiel die Pflanze Pfefferminze Mentha spp. (Pfefferminz-Spezies) in einen Ethnobiologischen Kontext zu betrachten.

 

Diese Pflanze zunächst in einer modernen botanischen Klassifikation einzuordnen, deren Beschreibung, Einzelbestandteile, Stoffwechsel sowie deren Erscheinungsbild, Herkunftsland, Verbreitung, Wachstumsbedingungen und Kultivierung sind Aufgaben der Botanik. Wenn wir nun wissen wollen, welche Inhaltsstoffe in einer Pfefferminze enthalten sind und wie wir diese nutzen können oder welche Produkte entwickelt werden können, dann kommen wir in den Teilbereichen der Pharmakologie und Phytopharmakologie hinein. Wenn wir wissen wollen, wie indigene Kulturen, zum Beispiel die Pfefferminze nutzten und die Inhaltstoffe aus der Pfefferminze extrahierten (Zubereitungsmethoden) dann befinden wir uns in der Ethnobotanik und der Ethnopharmakologie. Nun wollen wir wissen, welche symbolische Bedeutung für eine spezifische Kultur die Pfefferminze hat, oder welche Handelsnetzwerke und ökonomische Bedeutung die Pfefferminze besitzt, dann ist dieses wieder das Thema der Ethnobiologie. Wir sehen also die Vernetzung der Fachbereiche und die Interdisziplinarität, die in diesem Fach zentral steht.

 

Damit Endet zunächst dieser kleine Einblick in den Fachbereich der Ethnobiologie.

 

Grüße,

Ricordii da Silva

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