ricordii Ethnobotanik - Vorträge, Seminare & Beratungen zu kulturspezifischen Nutzung von Heilpflanzen, Heilpilzen & Lebewesen

Pflanzen und Pilze sind Teil der Natur und waren seit je her Begleiter des Menschen. Als Nahrung und Heilmittel sichern sie das Überleben der Menschen und als Luxus ergänzen sie seinen Alltag. Die psychologische und physiologische Verwendung von Pflanzen und Pilzen als Heilpflanzen und Heilpilzen als Therapeutika, auch Entheogene genannt, findet weltweit statt. Eingebettet in soziokulturelle und schamanische Konzepte durch entsprechende Verwendungsvorschriften (Diäten, Verwendungsmethoden, Einschränkungen, Rituale, Kombinationen, Vorbereitungsmerkmale) sind bereits in ihre Herkunftsländer integriert und haben für das Leben der Menschen als Teil ihrer Kultur besondere Bedeutung. Viele dieser Pflanzen und Pilze haben in unserer modernen Gesellschaft ein neues Zuhause gefunden und haben bereits eine soziokulturelle Integration.

 

Zum ganzheitlichen Verständnis der Wirkung von Pflanzen und Pilzen gehört auch ein Verständnis der Pflanzen und Pilze und der ganzen Natur als heilend und lebendig. Dieser fundamentale Aspekt der traditionellen indigenen Gesellschaften erleichtert die kulturspezifische Nutzung von Heilpflanzen im jeweiligen soziokulturellen Kontext und zeigt Wege zur Behebung von Problemen. Eine ganzheitliche Sicht auf Pflanzen und Pilze ist ebenso zentral wie ihre Anwendungsformen.

Mehr dazu findest du unter Animismus.


Themenspektrum:



Räucherkunde - Bäume & Harze

Die Benutzung von Harzen und Kräutern zum Räuchern und in der Heilkunde ist so alt wie die Geschichte des Menschheit selbst. Altägyptische, antike  und indigene Kulturen verwendeten Räucherstoffe für Rituale, Zeremonien und im Alltag. Das Herstellen dieser Räucherstoffe und Mischungen ist nachwievor eine besondere Kunst. Dem Entgegenwirken unangenehmer Gerüche und zur Dämonenvertreibung wurden den Naturstoffen die Präsenz von Gottheiten und Wesenheiten (Duft als ein Attribut des Göttlichen) nachgesagt. Als Alltagsmittel, zur Reinigung, als Opfergabe oder Geschenk und zur Kommunikation mit Hilfs- und Schutzgeistern, spirituelle Helfern, Naturwesenheiten und den Naturgewalten selbst, werden bis in die heutige Zeit hinein weltweit viele verschiedene Harze und Kräuter verräuchert.

 

Hindus benutzen Räucherungen in allen Tempeln und im häuslichen Gebrauch, während die Buddhisten Räucherungen bei Festen, Feierlichkeiten, Initiationen und Tagesritualen benutzen. Die Chinesen benutzen Räucherwaren zu Ehren der Ahnen und Hausgeister, und in Japan werden die Kami der Shinto mit Räucherungen angerufen. Die antiken Griechen verräucherten Harze als Opfer, zum Schutz vor Unglück und Krankheit. In den christlichen Kirchen wird Weihrauch und Myrrhe während der Messe verräuchert. Bei den Azteken und Mayas war der Copal-Baum als heilig eingestuft, denn dessen Harz spielte bei Festen und Zeremonien eine sehr zentrale Rolle. Bei den Indigenen in Südamerika finden wir die Nutzung von Harzen und Kräutern als Räucherstoffe in diversen Heilzeremonien.